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16-03-2007 Aktuelles
Russland, Deutschland und Europa sind die idealen Partner im ITK-Geschäft
Noch etwas aus der Kategorie: Das gab es noch nie!
Gestern fanden sich IT-Spezialisten aus Deutschland und Russland auf der CeBIT erstmals zu einem IT-Gipfel zusammen. Eingeladen hatten der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien BITKOM und die russische Vereinigung APKIT.


So würdigte Ulrich Dietz, BITKOM-Präsidiumsmitglied, denn auch die Partnerschaft zwischen beiden Verbänden, die im vergangenen Jahr in eine vertragliche Form gegossen wurde. Er teilte mit, dass der Umsatz zwischen Russland und Deutschland bei den Informationstechnologien und der Telekommunikation im Jahre 2006 ein Volumen von rund 2,6 Mrd. Euro erreicht hat. Als ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation nannte er die gemeinsame Software-Entwicklung für die Bereiche öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen sowie das gemeinsame Auftreten auf dem gemeinsamen Markt. Ein konkretes Beispiel dafür wusste Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Er berichtete, dass in Moskau und in seiner fränkischen Heimat, in Nürnberg, die Arbeitsabläufe in so genannten Vorentscheidungsstellen nach einem gemeinsamen Plan digitalisiert werden. Dafür sprach er BITKOM und APKIT seinen Dank aus.

Als Erfolgsrezept der russischen ITK-Branche nannte er die hohe Qualität der Arbeit und das relativ niedrige Lohngefüge. Er bezeichnete die russische Teilnahme an der CeBIT als beste Gelegenheit, die eigenen Produkte zu verkaufen und auch den internationalen Stand in der Hochtechnologie kennen zu lernen. Er kündigte an, dass voraussichtlich im Oktober eine CeBIT-Veranstaltung in Moskau stattfinden wird.

Der stellvertretende russische Ministerpräsident Sergej Naryschkin versprach die Unterstützung durch die Regierung für die Entwicklung der strategischen Partnerschaft im ITK-Sektor zwischen Russland und Deutschland, das an der Spitze in Europa steht. In beiden Ländern sei dieser Wirtschaftszweig die Lokomotive der ökonomischen Entwicklung, und umgekehrt könne kein Land konkurrenzfähig sein ohne das Primat der Informationstechnologien. Für das Zusammengehen von Russland und Europa im ITK-Bereich sprechen nach seinen Worten die quantitativen und qualitativen ingenieurtechnischen Ressourcen. Naryschkin verwies dabei auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von BITKOM und APKIT, die auf der CeBIT ihren Ausdruck in einem gemeinsamen Katalog deutscher und russischer ITK-Firmen gefunden hat.

Die jährlichen Zuwachsraten von über 20 Prozent in Telekommunikation, Postdienstleistungen und Informationstechnologien wertete der Minister für IT und Fernmeldewesen der Russischen Föderation, Leonid Reimann als deutliches Zeichen für den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung im Land. So soll bis 2012 das Digitalfernsehen flächendeckend verfügbar sein, Telefonie und Internetempfang per Satellit werden in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Auch die bereits begonnene digitale Erstellung von Personal- und Reisedokumenten mit biometrischen Daten sei ein weiterer Schritt zur stärkeren Einbindung der Informationstechnologien in die öffentliche Verwaltung. Gerade hiebei könne er sich eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland vorstellen. Überhaupt, so bekräftigte Reiman, hoffen die für den ITK-Bereich geschaffenen Investmentfonds auf eine rege deutsche Beteiligung.

RUSSOFT-Präsident Valentin Makarow, Präsidiumsmitglied von APKIT, machte darauf aufmerksam, dass sich der ITK-Sektor in Europa ähnlich schnell wie in Russland entwickelt, aber vor allem seine ingenieurtechnischen Ressourcen sehr begrenzt sind. Russland sei für Europa nicht nur wegen seiner historischen, kulturellen und geografischen Nähe der ideale Partner, sondern die russischen Programmierer seien im Vergleich mit Indien oder China schneller, qualitativ besser und können durch ihre erstklassige Ausbildung auch für schwierige Lösungen eingesetzt werden. Das mache sie auch für deutsche und europäische Unternehmen sehr interessant. Die Zusammenarbeit bietet ihnen nicht nur erstklassige Ergebnisse, sondern auch den Zugang zu den personellen Ressourcen der Ukraine und Weißrusslands. Auf diese Weise sei der Fortschritt in Europa im ITK-Bereich langfristig gesichert.

Dass die von allen Rednern beschworene Zusammenarbeit im ITK-Bereich durchaus real ist, bewies die Unterzeichnung von zwei Kooperationsverträgen während der Veranstaltung. Der russische Softwarehersteller Luxsoft und die Deutsche Bank vereinbarten einen langfristigen Ausbau ihrer Zusammenarbeit und die Software AG Darmstadt (SAG) wird in der Republik Tatarstan ein System zur elektronischen Steuerung von Businessprozessen im Gesundheitswesen installieren. Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Vertrages ehrte der Vorstandsvorsitzende der SAG, Karl-Heinz Streibich, einen langjährigen Partner des Unternehmens, die russische Firma Rosoboronexport, die der erste Lizenznehmer der Software AG in Russland waren. Der stellvertretende Generaldirektor von Rosoboronexport, Anatoly Isaykin, der das Geschenk entgegennahm, betonte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen und würdigte die Effizienz und Zuverlässigkeit der von der SAG übernommenen Produkte und Technologien. Nach der gestrigen Auftaktveranstaltung wird der IT-Gipfel bis zum 20. März mit thematischen Foren fortgesetzt. [ hh / russland.RU – die Internet - Zeitung ]
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