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21-03-2007 Aktuelles
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Urologen aus aller Welt treffen sich in Berlin |
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Interview mit Prof. Dr. med. Udo Jonas, Direktor der Urologischen Klinikan der Medizinischen Hochschule Hannover, Präsident des 22. Europäischen Urologie-Kongresses, Mitglied des EAU-Präsidiums
Herr Professor Jonas, Sie sind Präsident des 22. Kongresses der European Association of Urology (EAU), der vom 21.bis 24.März in Berlin stattfindet. Wie viele Teilnehmer erwarten Sie im Internationalen Kongresszentrum ICC?
Wir rechnen mit rund 10.000 Teilnehmern aus ganz Europa, aber auch aus Asien und Amerika. Insofern ist der EAU-Kongress nur dem Namen nach ein europäischer. Gerade aus Asien erwarten wir viele Gäste und es wird auch gemeinsame Sitzungen mit Vertretern der Japanischen Urologischen Gesellschaft, mit Kollegen anderer asiatischer Staaten sowie Urologen aus Nord- und Südamerika geben.
Berlin ist natürlich auch ein idealer Standort für den Kongress, weil es im Zentrum Europas liegt. Deshalb hat es auch für die Osteuropäer eine große Anziehungskraft. So werden auch zahlreiche Kollegen aus Russland und der GUS kommen, u.a. Prof. Dmitri Pushkar, bei dem ich kürzlich in Moskau hospitiert habe.
Wie funktioniert die internationale Zusammenarbeit zwischen den deutschen und russischen Urologen?
Die russische Urologie ist aus der historischen Entwicklung in ihrer Struktur der deutschen ähnlich. Das erleichtert natürlich den Erfahrungsaustausch. Der läuft auf internationaler Ebene gut, zum Beispiel wird Prof. Pushkar in Berlin einen Operationskurs leiten. Die bilateralen Kontakte sind allerdings noch sehr ausbaufähig. Ein gutes Beispiel geben die Infektiologen im Koch-Metschnikow-Forum. Eine solche Zusammenarbeit könnte auch für uns sehr sinnvoll sein
Welche Rolle spielt der EAU-Kongress im internationalen Maßstab?
EAU hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren gigantisch entwickelt. Anfangs war es ein relativ kleiner Kongress mit einigen hundert Teilnehmern, die sich alle zwei Jahre trafen. Unter der Präsidentschaft von Herrn de Bruyne hat sich die EAU zu einer Gesellschaft entwickelt, die ihren gleichberechtigten Platz neben der Amerikanischen Gesellschaft für Urologie hat. Das liegt auch daran, dass die EAU eine sehr stringente Organisation hat. Für die Kongressorganisation gibt es beispielsweise eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich damit befasst. Das läuft seit vielen Jahren bestens.
Welche Schwerpunkte werden den Kongress prägen?
Der Kongress besteht aus mehreren Teilen. Am Mittwoch treffen sich traditionell die Fachgruppen der Fort- und Weiterbildungssektion und auch die Gespräche mit den ausländischen Gastdelegationen sind für diesen Tag vorgesehen. Der Kongress beginnt dann offiziell am Donnerstagmorgen mit meinem Eröffnungsvortrag, in dem es um die Integration oder Separation der Urologie und den Nachbardisziplinen geht. Vormittags finden die plenären Sitzungen statt, die keine Parallelveranstaltungen haben, gefolgt von den subplenären Veranstaltungen.
Am Nachmittag beginnen dann die freien Vorträge und Postervorstellungen. Es gibt etwa 1200 Präsentationen, die aus über 3500 Anmeldungen ausgewählt worden sind.
Welche medizinischen Themen werden behandelt?
Onkologie und speziell das Prostatakarzinom sind vorrangige Themen. Der erste Vortrag wird sich minimalinvasiven Operationsformen widmen. Die Laparaskopie hat sich in den vergangenen Jahren als Standard-Operationstechnik durchgesetzt.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Operationsroboter, den wir auf dem Kongress in Aktion vorstellen werden. Die ESUT - die Europäische Gesellschaft für Urotechnologie – überträgt am Mittwoch live aus Hannover Operationen mit dem Roboter nach Berlin.
Neben der Onkologie als großem Schwerpunkt werden aber auch nichtonkologische Themen, wie Steinleiden, rekonstruktive Chirurgie, Harnentleerungsstörungen und Erektile Dysfunktion besprochen.
Außerdem haben wir wieder zahlreiche Kurse im Programm. Die European School organisiert 26 Kurse zu Endoskopie, Laparoskopie, Blasenfunktionsstörung, Inkontinenz und anderen urologischen Themen. Darüber hinaus bieten wir praktische Weiterbildungen zu Operationstechniken an.
Ebenfalls im Rahmen des Kongresses findet die 8.Internationale Pflegetagung statt.
Ich bin überzeugt, dass der 22. EAU-Kongress einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit in der Urologie leisten wird.
[ hh / russland.RU – die Internet - Zeitung ]
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