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21-03-2007 Aktuelles
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Nearshoring in Russland - Wege zum Erfolg |
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Nearshoring-Projekte in Russland sind für viele
deutsche und internationale Unternehmen ein wichtiger Trend. Das zweite
deutsch-russische Forum auf der CeBIT 2007 zeigte, dass dabei nicht
ausschließlich niedrigere Kosten im Vordergrund stehen. Viele russische
Unternehmen entwickeln komplexe Software-Lösungen und gehen mit Firmen aus
dem Ausland langjährige Partnerschaften ein.
In ihren Vorträgen erläuterten Experten anhand von Praxisbeispielen, welche
Erfolgskriterien und Strategien Unternehmen beachten sollten, die einen
Nearshoring-Partner suchen. Zudem verdeutlichten sie, welche Vorteile
Russland im Markt für Software-Services auszeichnen. So sind die kulturellen
Unterschiede zwischen russischen und Unternehmen aus Europa gering - eine
wichtige Voraussetzung für optimale Verständigung und reibungslosen
Projektablauf. Anders als in asiatischen Märkten, ist auch die
Fluktuation der Mitarbeiter gering, Know-how bleibt langfristig im
Unternehmen und sichert gleich bleibend hohe Qualität.
Dabei heißt Qualität auch Engagement: Die Redebeiträge machten deutlich,
dass russische Software-Experten auch deshalb so geschätzt werden, weil sie
nicht nur gut ausgebildet sind, sondern sich aktiv in Projekte einbringen,
Veränderungsvorschläge machen - eben als Partner agieren, weniger als
Auftragnehmer.
Mit Verweis auf einen Ausspruch des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt
wies einer der Vortragenden zudem auf Sprachkenntnisse als wichtiges
Erfolgskriterium hin: "If I want to sell you something, I speak English,
wenn Sie mir etwas verkaufen wollen, müssen sie deutsch sprechen", so der
Redner. Eine Voraussetzung, die in Russland öfter gegeben sei als in Asien.
Projekterfolge in internationalen Kooperationen Zahlreiche Projekte belegen
die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen russischen und internationalen
Partnern. So entwickelte die russische Firma Progresstech für Boeing unter
anderem eine Lösung, mit der geographisch verteilt sitzende Teammitglieder
Designaufgaben austauschen können. Zudem verbessern 3D-Animationen von
ParallelGraphics die Darstellung von Ersatzteilen in elektronischen
Katalogen von Boeing. Auf der CeBIT haben die Deutsche Bank und der
russische Outsourcing-Spezialist Luxoft eine Zusammenarbeit vereinbart;
gemeinsam wollen die Unternehmen eine bankenspezifische Software-Lösung
vermarkten.
Expertenwissen, internationale Erfahrung und Flexibilitätb, eingebracht in
Simulations-Programme, umfassende Software-Lösungen oder Voice-Engines, die
in Mobiltelefone integriert werden - die Bandbreite der Entwicklungsprojekte
in Russland ist groß.
Für alle Nearshoring-Partnerschaften ist die richtige Planung dabei das
wichtigste Erfolgskriterium. Bei der Partnerauswahl sei, so der Vertreter
eines großen amerikanischen Hard-, Software- und Service-Anbieters, neben
Branchen- und Projekterfahrung, internationaler Ausrichtung, Expertenwissen
und Größe auch Flexibilität entscheidend. So sollte es möglich sein,
Verträge nach lokalem Recht - beispielsweise deutschem - abzuschließen und
Teammitglieder gemeinsam mit dem Nearshoring-Partner auszuwählen.
In seinem Eingangsstatement zur Eröffnung des Forums fragte Oleg Bjachow vom
russischen Ministerium für IT und Kommunikation: "Was ist der russische Weg
beim Nearshoring?". Mit ihren Vorträgen beantworteten die Experten diese
Frage - und bestätigten Bjachovs Meinung, der russische Weg sei der von
Integration im doppelten Sinne:
Erstens gehe es um Lösungen, die sich nahtlos integrieren ließen, und
zweitens auch darum, sich als Partner in die Prozesse des Kunden
einzubinden.
(mk/hh)
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