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31-01-2007 Presse-Aktuelles
CeBIT wird mit Vorurteilen aufräumen
"Partner zu sein, bedeutet für mich, Vertrauen zu haben, in festem Glauben aneinander eine gemeinsame Zukunft zu bauen. Genauso sehe ich das bei unserem Partnerland Russland auf der CeBIT 2007." Leidenschaftlich, wie von ihr gewohnt, eröffnete Irina Weißhaar, Leiterin der Vertretung für Russland und die GUS bei der Deutsche Messe AG, die Moskauer Pressekonferenz zum Start in die heiße Phase der Vorbereitung auf die weltgrößte ITK-Messe.

"Noch nie waren der Zeitpunkt und die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit in diesem Wirtschaftsbereich so günstig wie heute", sagte sie, "und noch nie waren sich Russen und Deutsche politisch, wirtschaftlich und menschlich so nahe." Dass Russland mit der größten CeBIT-Beteiligung aller Zeiten in Hannover vertreten ist, sieht sie in engem Zusammenhang mit dem von Vizepremier Dmitrij Medvedev - einem von der russischen Presse hoch gehandelten Kandidaten für die Putin-Nachfolge - beim Weltwirtschaftsforum in Davos bekräftigen Anspruch des Landes, nicht nur Rohstofflieferant zu sein, sondern auch in der Hochtechnologie führend zu sein.

"Die ITK ist neben Öl und Gas unser wichtigster Bodenschatz", zitierte der neue Leiter der Wirtschaftsabteilung bei der deutschen Botschaft in Moskau, Gesandter Ekkehard Brose, den russischen Minister für Informationstechnologie und Kommunikation, Leonid Reiman. Deutschland könne als zuverlässiger Partner dazu beitragen, diesen Schatz zu heben und so zur von der russischen Führung angestrebten Diversifizierung der Wirtschaft beitragen. "Glücklicherweise haben wir eine Bundeskanzlerin, die nicht nur einen Computer einschalten kann, sondern auch etwas von den Prozessen versteht, die sich darin abspielen", lobte er seine oberste Dienstherrin, "deshalb ist es ihr eine Herzensangelegenheit, die CeBIT zu eröffnen und auch die Ausstellung des Partnerlandes Russland zu besuchen."

Von einem "Riesenevent für beide Seiten" sprach Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutsche Messe AG, Hannover. Die CeBIT sei nach wie vor Zentrum und Spiegel der digitalen Welt, bekräftigte er. Deshalb bedeute die Teilnahme von über 150 Ausstellern auf rund 4300 m² nicht nur Rang vier im Umfang der Beteiligung hinter Taiwan, China und den USA, sondern spreche zu allererst für die rasante Entwicklung im russischen ITK-Bereich und zugleich für die große Bedeutung der CeBIT als internationaler Leitmesse.

Der Bereichsleiter IT-Services und Beauftragte für Russland und die GUS beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), Dr. Mathias Weber, stellte das russische ITK-Wachstum von rund 20 Prozent im vergangenen Jahr den 2007 in Deutschland erwarteten 1,6 Prozent Zuwachs gegenüber, verwies aber zugleich auf die unterschiedlichen Ausgangspositionen. "Wir rechnen immerhin mit einem Umsatz von rund 150 Milliarden Euro in diesem Bereich", erklärte er , "und wenn es russischen Firmen gelingen sollte, einige Prozent davon für sich zu verbuchen, wäre das für sie ein gutes Geschäft." Um das große Potenzial auf beiden Seiten gemeinsam zu nutzen, hat auch der BITKOM Russland zum Partnerland 2007 gewählt und will gemeinsam mit dem russischen Branchenverband APKIT die Einzelpartnerschaften zwischen Unternehmen zu strategischen Allianzen entwickeln.

Seit 25 Jahren ist die Software AG, Darmstadt, in Russland aktiv, berichtete Vorstandsmitglied Alfred Pfaff. Zu den mehr als 100 Kunden der Programmspezialisten für Online Transaction, Enterprise Application Integration and Electronic Business gehören die Administration des russischen Präsidenten, Gazprom und die russische Eisenbahn. Er kündigte weitere Investitionen an, die unter anderem in die IT-Ausbildung an Hochschulen und die Entwicklung von IT-Zentren fließen sollen.

Auch die Moskauer Tochterfirma des Weltmarktführers für Gehäuseelektronik, Rittal, wird in Hannover mit neuesten innovativen Lösungen vertreten sein, wie Generaldirektor Oleg Goncharov berichtete. Nach der Eröffnung des Repräsentanz-Büros 1995 in Moskau war im Jahr 2002 die Tochtergesellschaft OOO Rittal in Moskau gegründet worden. Heute verfügt Rittal in Russland über 3.500 qm Lagerfläche in Regionallagern, neun eigene Verkaufsbüros und 90 Vertriebspartner.

Die Vereinigung RUSSOFT ist das Dach für rund 80 leistungstarke russische Programmierungsunternehmen. Die meisten von ihnen werden ihre Produkte auch auf der CeBIT 2007 vorstellen, wie RUSSOFT-Präsident Valentin Makarov informierte. "Wir werden auf mehreren Veranstaltungen unsere Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen", kündigte er an. "Wir haben unsere Nische auf dem Weltmarkt gefunden" so Makarov, "das ist die hohe Qualität in der Auftragsprogrammierung."

Nahezu zwei Mal größer als bisher ist die Ausstellung des russischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. "Wir werden mit etwa 50 Projekten nach Hannover kommen", erläuterte Ludmila Popova, Vizepräsidentin des Internationalen Verbandes der Gerätebauer und ITK-Spezialisten. " Bei uns finden die Besucher so viele Innovationen wie auf kaum einem anderen Stand", ist sie sich sicher.

Das Ministerium für IT und Kommunikation der Russischen Föderation vertrat Oleg Bjachow, Leiter des Stgrategiebereiches für den Aufbau der Informationsgesellschaft: "Wir danken den Unternehmen für die bei der CeBIT-Vorbereitung entwickelte Initiative", umschrieb er die offenkundig verzögerte Reaktion seiner Behörde auf die erstmalig eigenständig zu organisierende russische CeBIT Teilnahme. Für die verbleibenden Wochen versprach er dafür jede mögliche Unterstützung.

Welchen Beitrag kann Russland auf dem ITK-Weltmarkt leisten? Das war eine Fragen in der Diskussion. Dr. Weber vom BITKOM: "Zum einen leisten russische Programmierer im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung einen großen Beitrag zur Softwareentwicklung, zum Beispiel für Betriebssysteme. Daneben stellt die russische Softwareindustrie immer mehr eigene Programme her, die sich auch auf dem Weltmarkt durchgesetzt haben,. Beste Beispiele sind die Antivirenprogramme von Kaspersky oder die Übersetzungssoftware von PROMT."

Auf die Frage nach der IT-Sicherheit im Zusammenhang mit Viren und Phishing-Programmen aus Russland antworteten Dr. Weber und Oleg Bjachow übereinstimmend, dass nachweisbar nur ein kleiner Teil der im Internet kursierenden Störenfriede aus russischer Produktion ist. Solche Vorurteile verfälschten den großen Beitrag und die führende Rolle der russischen Softwarespezialisten auf dem internationalen ITK-Markt. "Ich bin sicher, die russische Ausstellung auf der CeBIT wird beweisen, dass die russische ITK-Industrie ein würdiger und mindestens gleichwertiger Partner für Deutschland und alle anderen Iinteressierten Länder ist", so Bjachow abschließend. [ hh / russland.RU – die Internet - Zeitung ]

Weiteres Pressematerial finden Sie auf der Seite www.CeBIT-2007.RU...


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